Welche rezeptfreien Medikamente gibt es bei Halsschmerzen?

Bei den Produkten gegen Halsschmerzen kommen unterschiedliche Wirkstoffe zum Einsatz. Man unterscheidet dabei folgende Wirkungen:

  • lokal betäubend (lokalanästhetisch): Halsschmerzen und Schluckbeschwerden werden örtlich „betäubt“ und damit der Schmerz für eine Weile beseitigt.
  • entzündungshemmend (antiinflammatorisch): Die Entzündung im Hals wird gelindert und somit die Ursache des Halswehs bekämpft.
  • antiseptisch: Mit antiseptischen Wirkstoffen kann die Anzahl der Keime im entzündeten Hals reduziert werden.
  • antibiotisch (gegen Bakterien wirkend): Antibiotische Wirkstoffe können Bakterien bekämpfen. Bei Halsschmerzen ist der Einsatz antibiotischer Wirkstoffe jedoch umstritten. Denn Halsschmerzen werden nur selten durch Bakterien verursacht. Die Entscheidung, ob ein Antibiotikum bei Halsschmerzen erforderlich ist, kann daher nur ein Arzt treffen. (Siehe Wann müssen Antibiotika eingesetzt werden?)
  • reizlindernd, schleimhautauskleidend (muzilaginös): Hier kommen vor allem pflanzliche Extrakte, z. B. aus Primelwurzel, isländischem Moos oder Eibisch, zum Einsatz. Diese Inhaltsstoffe bilden eine Art „Schutzfilm“ auf der Rachenschleimhaut und können dadurch das Kratzen im Hals lindern.
  • zusammenziehend, abschwellend (adstringierend): Diese Substanzen erzielen eine leicht abschwellende Wirkung und können auf diese Weise den Schmerz lindern.

Es ist außerdem von Vorteil, wenn Sie darauf achten, dass das Mittel nach Wahl mit klassischen Schmerzmitteln (z. B. zur Fiebersenkung) kombinierbar ist.

Gurgeln, lutschen oder sprühen – was sind die Vorteile?

Zur Linderung von Halsschmerzen stehen nicht nur unterschiedliche Wirkstoffe, sondern auch unterschiedliche Darreichungsformen zur Verfügung:

Lutschpastillen/Lutschtablette: Für unterwegs oder im Büro die perfekte Möglichkeit, um dem entzündeten Hals Linderung zu verschaffen. Das Lutschen regt den Speichelfluss an, wodurch die Schleimhäute befeuchtet und gereinigt werden. Wichtig ist, die Lutschpastille/Lutschtablette langsam im Mund zergehen zu lassen, wodurch sie ihre Wirkung besser entfalten kann. Zuckerfreie Lutschpastillen bzw. -tabletten sind im Interesse Ihrer Zähne zu bevorzugen, da Zucker die Entstehung von Karies begünstigt.

Mit Lutschpastillen/Lutschtabletten erreichen Sie allerdings nicht den Kehlkopf. Bei Kehlkopfentzündung sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. (Siehe Wann ist ein Arztbesuch ratsam?)

Gurgellösungen: Präparate zum Gurgeln benetzen die Rachenschleimhaut und entfalten so ihre Wirkung. Allerdings werden tiefere Rachenregionen sowie der Kehlkopf durch Gurgeln nicht erreicht. (Siehe Wann ist ein Arztbesuch ratsam?)

Sprays: Diese weisen den Vorteil auf, dass sie auch in tiefere Rachenregionen gelangen und gezielt Halsschmerzen bekämpfen können.

Tabletten oder Kapseln zum Schlucken: Diese wirken nicht vor Ort, sondern „systemisch“ im Körper. Zumeist kommen hier schmerzlindernde Wirkstoffe zum Einsatz.

Sie sind nicht sicher, wann Sie gurgeln, lutschen, sprühen sollten?  Unsere 10 Tipps vom Rachenreporter helfen Ihnen dabei.